Pelle Igel – Dichter und Theatermann des Widerstands (Teil 1)
Manchmal endet ein etwas zielloses Suchen im Bücherschrank mit einem Glücksgriff. Eigentlich dachte ich am Wochenende an ein ganz anderes Buch, als mir ein schmales Bändchen in die Hand fiel: „Stiefel bleibt Stiefel. Zeitsatire in Vers und Prosa“ von Pelle Igel.
Der silberfarbene Einband mit schwarzer Schrift und stilisiertem schwarzen Kommissstiefel könnte bei oberflächlicher Betrachtung eine Sammlung expressionistischer Texten erwarten lassen. Doch Pelle Igel war alles andere als ein expressionistischer Dichter. Er selbst bezeichnete sich als „lebenslangen Agitpropmann“. Dementsprechend direkt und unverblümt war seine Sprache. Ausgefeilte Formulierungen und ästhetische Finessen waren nicht seine Sache.
„Es gibt genügend Sonnenblumen, von van Gogh gemalte Sonnenblumen auf dieser Welt, aber gibt es genügend Friedensaufrufe in Holz oder Linol geschnitten?“, lässt er den Protagonisten in seiner Kurzgeschichte „Die Sonnenblume“ resümieren.
