Der Fall Helene Hegemann: Ein Armutszeugnis fĂŒr die Literaturkritik
In einem sind sich die Kritiker weitgehend einig: Helene Hegemanns âAxolotl Roadkillâ ist brutal, vulgĂ€r, zynisch. Und einig sind sie sich auch weitgehend, dass ihr Roman phantastisch, genial und schön sei. BloĂ ob er nun âgerade deswegen schönâ ist, wie Mara Delius in der FAZ [*] verkĂŒndet, oder nicht eher obwohl, da differieren die Meinungen noch.
Ob FAZ, Zeit, Tagesspiegel, Welt, Spiegel, TAZ, Neue ZĂŒrcher Zeitung oder Frankfurter Rundschau: Was Rang und Namen in der Welt der sich selbst gerne seriös nennenden Presse hat, feiert mit wenigen Ausnahmen die Autorin als âWunderkind der Berliner Kreativszeneâ (Cosima Lutz in der Welt), die âsouverĂ€n in die Fresse gefeuertâ habe (wem und was lĂ€sst Nina Apin in der TAZ offen) und an dem sich âdieses Jahr wohl alle deutschsprachigen RomandebĂŒts messen lassen mĂŒssenâ (Nadine Lange im Tagesspiegel).
