In den zum Deutschen Buchpreis nominierten Büchern wird mir zu wenig gefragt und erzählt
Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2010 ist veröffentlicht. Keinen der auf ihr stehenden sechs Titel habe ich gelesen. Aber das überrascht mich nicht. Wenn es um aktuelle Literatur geht, stehe ich meistens abseits. Die Bücher, die mich in den Bann ziehen, kommen über Achtungserfolge im Literaturbetrieb selten hinaus, die Bestseller wiederum reizen mich selten. Meistens lege ich sie im Buchladen nach kurzem Hineinschmökern enttäuscht beiseite. Nur um mitreden zu können, mag ich sie nicht lesen. Dazu ist mir meine Zeit viel zu schade.
Von allen nominierten BĂĽchern gibt es auch in diesem Jahr wieder Leseproben. Vor allem auf diese beziehen sich meine Anmerkungen in diesem Blogbeitrag.
Andernorts
Im Mittelpunkt von Doron Rabinovicis Andernorts steht eine jĂĽdische Familie, die auf der Suche nach ihrer Identität ist. Schon nach der ersten Seite möchte ich Rabinovici zurufen: „Show, don’t tell“. Er behauptet viel zu viel anstatt es zu zeigen. Und bei Sätzen wie „In der Tiefe tauchte die Stadt auf und die Flachdächer“ möchte ich immer zum Rotstift greifen und korrigieren. Merken denn Autor und Lektor nicht, dass hier der Plural „tauchten“ stehen muss?

