Buchentdeckungen

Einige Gedanken zu Literatur und Philosophie

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Artikel der Kategorie August, 2011

Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“: eine sozialistische Utopie als gesellschaftlicher Gegenentwurf (Teil 3)

August 22, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Geschrieben hat Alexander Alexandrowitsch Bogdanow seinen Roman „Der rote Planet“ nicht zuletzt, weil er eine Ursache fĂŒr die Niederlage 1905 in den fehlenden bildlichen Vorstellungen von den nachrevolutionĂ€ren Zielen sah. Mit â€žĐšŃ€Đ°ŃĐœĐ°Ń Đ·ĐČĐ”Đ·ĐŽĐ°â€œ(so der Originaltitel, der hĂ€ufig mit „Der rote Planet, manchmal aber auch als „Der rote Stern“ ĂŒbersetzt wird) wollte er dieses Defizit beseitigen.

Aus diesem selbstgesteckten Ziel ergab sich fĂŒr Bogdanow auch der Schreibstil. Sein Roman sollte nicht nur fĂŒr Menschen höherer Bildung, sondern fĂŒr die breite Masse verstĂ€ndlich sein. Auf kunstvolle VerschrĂ€nkungen unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge hat er deshalb verzichtet. Wichtig war ihm vielmehr, dass die Handlung des Romans sich von den Lesern leicht mitvollziehen ließ.

Beim ersten Hineinlesen erscheint der Roman dementsprechend schlicht gestaltet zu sein. Bei genauerem Lesen entpuppt er sich dann aber doch als deutlich komplizierter, ohne dass er deshalb ĂŒbermĂ€ĂŸige Anforderungen an die Leser stellen wĂŒrde.

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Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“: eine sozialistische Utopie als gesellschaftlicher Gegenentwurf (Teil 2)

August 10, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Die „Kinderstadt“, ĂŒber die der Ich-ErzĂ€hler in Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“ berichtet, gehört mit ihren „BĂ€chen, Teichen, Spiel- und SportplĂ€tzen, Blumen- und KrĂ€uterbeeten, Freigehegen und TierhĂ€usern“ zu den schönsten Stadtteilen.

Es sind „große einstöckige HĂ€user“, in denen die Kinder leben, manche zusammen mit ihren Eltern, andere von ihren Eltern getrennt, manche in Gemeinschaftszimmern, andere in Einzelzimmern. Die meiste Zeit verbringen die Kinder der unterschiedlichen Altersgruppen gemeinsam, denn die Marsianer setzen sehr stark auf die Gemeinschaft und den gegenseitigen Austausch, wie Nella, Leiterin eines dieser HĂ€user, dem Ich-ErzĂ€hler erklĂ€rt.

Wenn wir die Ă€lteren von den jĂŒngeren Kindern isolierten, wĂŒrden wir ein einseitiges und enges Milieu schaffen, und die Entwicklung des Kindes verliefe langsam, trĂ€ge und eintönig. Kinder verschiedenen Alters können untereinander am besten aktiv werden.

Was heute von manchen PĂ€dagogen und Erziehungswissenschaftlern als wichtige neue Erkenntnis gepriesen wird, wurde tatsĂ€chlich bereits vor ĂŒber achtzig Jahren diskutiert und zum Beispiel von Alexander A. Bogdanow in seinem Roman „Der rote Planet“ thematisiert.

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