Buchentdeckungen

Einige Gedanken zu Literatur und Philosophie

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Artikel der Kategorie ‘Autoren und Bücher’

Mit Eberhard Panitz auf Spurensuche zwischen Kaukasus, Wien und Berlin

Januar 25, 2012 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

Was geschah mit Siggi Fink? Starb er tatsächlich am Elbrus? Oder lebte er nach dem Krieg vielleicht doch eine zeitlang in Wien? Und was geschah mit seiner Frau Katja? Wer veranlasste ihre Entführung? Oder war es gar keine Entführung? Auch wenn sich Siggis Tochter Lisa und ihr Mann Martin Widerspan an jeden Strohhalm klammern, das Geheimnis doch noch lüften zu können, ernsthaft zu hoffen wagen sie es schon lange nicht mehr.

Doch dann trifft Martin den Ich-Erzähler des Romans wieder. Vor Jahrzehnten sind sie sich am Schwarzen Meer zum ersten Mal begegnet. Ihre Wiederbegegnung und ein ominöser Besucher aus dem Westen Deutschlands verleihen Lisas und Martins Suche neuen Schwung. Sollte das unmöglich Scheinende doch noch möglich werden?

Auf 250 Seiten lässt Eberhard Panitz in seiner Novelle „Der geheime Rotbannerorden“ die Leser mit Martin, Lisa und dem Ich-Erzähler auf Spurensuche gehen und dabei mehr als ein halbes Jahrhundert Geschichte lebendig werden.

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Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ hat nur wenig von seiner Aktualität verloren (Teil 2)

Dezember 19, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

Die öffentliche Resonanz, die Christa Wolfs Erzählung „Der geteilte Himmel“ im Osten wie im Westen auslöste, war überwältigend. Inhaltlich unterschied sich die Aufnahme ihres Werkes allerdings ganz grundsätzlich. Da damals an das Internet noch lange nicht zu denken war, war ich zum Abitur weitgehend auf meine eigenen Überlegungen angewiesen. Von den meisten Buchkritiken und Diskussionen wusste ich damals noch nichts. Anders verhielt es sich mit den politischen Rahmenbedingungen.

Auch wenn die westlichen Medien alle Vorwürfe gegen Adenauers Staatssekretär Hans Globke als kommunistische Propaganda und Hetze abzutun versuchten, seit Anfang der sechziger Jahre ließ sich nur noch schwer leugnen, dass Globke an den Nürnberger Rassegesetzen mitgeschrieben hatte. Mitte der sechziger Jahre gerieten dann auch Bundespräsident Heinrich Lübke wegen seiner KZ-Baupläne und schließlich ebenso Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner Mitverantwortung für die Auslandspropaganda der Nazis zunehmend in die öffentliche Kritik.

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Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ hat nur wenig von seiner Aktualität verloren (Teil 1)

Dezember 12, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

Mein Deutschlehrer war schuld. Schuld, dass ich 1969 für das mündliche Abitur in Deutsch ein Thema wählte, das in der aufgeheizten politischen Atmosphäre Westberlins allzu brisant war: Die literarische Gestaltung der deutsch-deutschen Teilung am Beispiel von Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ und Hermann Kants „Die Aula“. Das ging so natürlich nicht, sondern musste um Uwe Johnsons „Mutmaßungen über Jakob“ ergänzt werden.

Am 2. Juni 67 war auf einer Demonstration Benno Ohnesorg erschossen worden, doch der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz billigte „ausdrücklich und mit Nachdruck […] das Verhalten der Polizei“. Sein Nachfolger Klaus Schütz hatte die Stimmung weiter angeheizt, als er den „anständigen“ Bürgern zurief: „Ihr müsst diese Typen sehen, ihr müsst ihnen genau ins Gesicht sehen.“ Und sie hatten verstanden: Schlägertrupps, von Bild als „beherzte Berliner“ gefeiert, machten Jagd auf alle Langhaarigen. Am 11. April 68 war ein Anschlag auf Rudi Dutschke verübt worden, die Stadt trieb auf die schwersten Straßenschlachten seit der Weimarer Republik und den ersten großen Bildungsstreik zu.

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Als Nationalist predigte Heinrich von Kleist in seiner Dichtung Hass statt Verständigung

November 24, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

Kein Wort zu Heinrich von Kleist. Das hatte ich mir Anfang dieses Jahres vorgenommen. Doch dann stieß ich gestern Abend durch Zufall auf eine Schlagzeile in der Jüdischen Allgemeinen. „Franzosenfresser ja, Antisemit nein“, prangte als Überschrift über einem Artikel, der, bereits Anfang März veröffentlicht, mir bislang entgangen war.

Wes Geistes Kind war Kleist, dessen 200. Todestag das gesamte Jahr 2011 über gefeiert wurde wie in der jüngeren Vergangenheit kaum ein anderer deutscher Schriftsteller? Wie bescheiden fiel dagegen 2003 das Erinnern an Johann Gottfried von Herder anlässlich seines 200. Todestags aus, 2006 das Gedenken an Heinrich Heine zu seinem 150. Todestag oder 2010 das Erinnern an den 200. Geburtstag von Ferdinand Freiligrath. Selbst Johann Wolfgang von Goethe 2007 und Friedrich von Schiller 2009 konnten nur schwer mit Kleist mithalten.

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Johann Christian Günther – Ein Barockdichter überragt seine Zeit (Teil 3)

November 08, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

1722 zog Johann Christian Günther nach Jena, um dort sein Medizinstudium wiederaufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. Ohne Studienabschluss, hatte der Vater von Johanna Barbara Littmann entschieden, werde es keine Heirat geben. Fast noch schwerer zu erfüllen war die zweite Bedingung: Günther sollte sich mit seinem Vater versöhnen.

Tatsächlich war aber an eine Wiederaufnahme des Studiums nicht mehr zu denken. Als Günther im Dezember 1722 Jena erreichte, war er bereits ein schwerkranker Mann. Auch die Pflege durch Freunde half nichts mehr. Durch die Not der vergangenen Jahre schon gesundheitlich angeschlagen, schritt sein Verfall schnell voran.

Günther glaubte selbst nicht mehr an seine Genesung, auch wenn die Überschrift „An die Liebe“ im ersten Moment anderes erwarten lässt.

Ich habe zeitig ausgedient,
Mein Frühling ist in Angst vergrünt
Und als ein Strom dahingefahren.
Mein Auge, deßen feurig Spiel
Den Schönen in das Auge fiel,
Hat manchen Siegeskranz empfangen;
Dies Auge sieht jezt läßig zu
Und winckt mit thränendem Verlangen
Der in der Welt versagten Ruh.

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