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Artikel der Kategorie ‘Sprache’

Mit Binnen-I und Unterstrichen gegen blinde und schwerst sehbehinderte Leserinnen und Leser

Dezember 28, 2014 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Sprache Noch keine Kommentare →

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Beitrag für meinen Sprachrand-Blog schreiben. Österreichischen Studentinnen und Studenten, hatten die Salzburger Nachrichten berichtet, drohten in schriftlichen Arbeiten schlechtere Noten, wenn sie nicht geschlechtergerecht formulierten und beispielsweise kein Binnen-I verwendeten. Ein ähnliches Vorgehen wird auch an deutschen Hochschulen und Universitäten immer wieder diskutiert.

So entstehen dann Sätze wie im folgenden Beispiel, das aus realen Vorlagen extrahiert und frei bearbeitet wurde:

Statt Bürger wehren sich heute BürgerInnen gegen Ungerechtigkeit, nicht Migranten fordern ein Aufenthaltsrecht, sondern MigrantInnen, und aus Diktatoren werden – nein, natürlich keine DiktatorInnen, denn die gibt es selbstverständlich genauso wenig wie MörderInnen.

Dass die Schreibung mit Binnen-I nicht mit den Duden-Regeln übereinstimmt, ist das eine. Doch wen interessieren schon noch die Duden-Regeln? Mit ihnen werden nur noch Schülerinnen und Schüler gequält, im übrigen Leben hat sich längst eine ganz freie Handhabung von Schreibweisen durchgesetzt, wie bereits ein aufmerksamer Gang durch jede beliebige Einkaufsstraße zeigt. Da gibt es den »Damen & Herren Friseur« wie die »Weihnacht’s Geschenk Ideen«, den »Mittag’s Tisch« wie den »Milch Kaffee«.

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Missbrauch der Sprache durch die SED – oder die FAZ?

August 13, 2010 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Sprache 3 Kommentare →

Wenn es gegen die Linken geht, ist der Welt alles recht. Jetzt hat es dem Springer-Blatt wieder einmal die Sprache angetan, konkret die Sprache der SED. Unter der Überschrift „Wie die SED die deutsche Sprache misshandelte“ wirft der Autor der SED vor, durch die Verwendung bestimmter Worte die deutsche Sprache missbraucht zu haben.

Zu den von der Welt missbilligten Worten gehören neben anderen auch Begriffe wie „konterrevolutionär“, „reaktionär“, „Reformismus“, „rückwärtsgewandt“, „arbeitsscheu“ und „asozial“. Der Beweis, warum ihre Verwendung in der DDR eine Mißhandlung der deutschen Sprache durch die SED darstellt, fällt der Welt mit ihrem einfach gestrickten Weltbild sehr leicht: Weil die SED mit ihnen ihre Politik begründete.

Doch blicken wir einfach mal in die Geschichte zurück und schauen uns die Herkunft einiger dieser Wörter an.

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