Buchentdeckungen

Einige Gedanken zu Literatur und Philosophie

Subscribe

Mit Eberhard Panitz auf Spurensuche zwischen Kaukasus, Wien und Berlin

Januar 25, 2012 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Was geschah mit Siggi Fink? Starb er tatsĂ€chlich am Elbrus? Oder lebte er nach dem Krieg vielleicht doch eine zeitlang in Wien? Und was geschah mit seiner Frau Katja? Wer veranlasste ihre EntfĂŒhrung? Oder war es gar keine EntfĂŒhrung? Auch wenn sich Siggis Tochter Lisa und ihr Mann Martin Widerspan an jeden Strohhalm klammern, das Geheimnis doch noch lĂŒften zu können, ernsthaft zu hoffen wagen sie es schon lange nicht mehr.

Doch dann trifft Martin den Ich-ErzÀhler des Romans wieder. Vor Jahrzehnten sind sie sich am Schwarzen Meer zum ersten Mal begegnet. Ihre Wiederbegegnung und ein ominöser Besucher aus dem Westen Deutschlands verleihen Lisas und Martins Suche neuen Schwung. Sollte das unmöglich Scheinende doch noch möglich werden?

Auf 250 Seiten lĂ€sst Eberhard Panitz in seiner Novelle „Der geheime Rotbannerorden“ die Leser mit Martin, Lisa und dem Ich-ErzĂ€hler auf Spurensuche gehen und dabei mehr als ein halbes Jahrhundert Geschichte lebendig werden.

Tags: , , , , , , , , , , ,

Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“: eine sozialistische Utopie als gesellschaftlicher Gegenentwurf (Teil 3)

August 22, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Geschrieben hat Alexander Alexandrowitsch Bogdanow seinen Roman „Der rote Planet“ nicht zuletzt, weil er eine Ursache fĂŒr die Niederlage 1905 in den fehlenden bildlichen Vorstellungen von den nachrevolutionĂ€ren Zielen sah. Mit â€žĐšŃ€Đ°ŃĐœĐ°Ń Đ·ĐČĐ”Đ·ĐŽĐ°â€œ(so der Originaltitel, der hĂ€ufig mit „Der rote Planet, manchmal aber auch als „Der rote Stern“ ĂŒbersetzt wird) wollte er dieses Defizit beseitigen.

Aus diesem selbstgesteckten Ziel ergab sich fĂŒr Bogdanow auch der Schreibstil. Sein Roman sollte nicht nur fĂŒr Menschen höherer Bildung, sondern fĂŒr die breite Masse verstĂ€ndlich sein. Auf kunstvolle VerschrĂ€nkungen unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge hat er deshalb verzichtet. Wichtig war ihm vielmehr, dass die Handlung des Romans sich von den Lesern leicht mitvollziehen ließ.

Beim ersten Hineinlesen erscheint der Roman dementsprechend schlicht gestaltet zu sein. Bei genauerem Lesen entpuppt er sich dann aber doch als deutlich komplizierter, ohne dass er deshalb ĂŒbermĂ€ĂŸige Anforderungen an die Leser stellen wĂŒrde.

Tags: , , , , , , , , , , ,

Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“: eine sozialistische Utopie als gesellschaftlicher Gegenentwurf (Teil 2)

August 10, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Die „Kinderstadt“, ĂŒber die der Ich-ErzĂ€hler in Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“ berichtet, gehört mit ihren „BĂ€chen, Teichen, Spiel- und SportplĂ€tzen, Blumen- und KrĂ€uterbeeten, Freigehegen und TierhĂ€usern“ zu den schönsten Stadtteilen.

Es sind „große einstöckige HĂ€user“, in denen die Kinder leben, manche zusammen mit ihren Eltern, andere von ihren Eltern getrennt, manche in Gemeinschaftszimmern, andere in Einzelzimmern. Die meiste Zeit verbringen die Kinder der unterschiedlichen Altersgruppen gemeinsam, denn die Marsianer setzen sehr stark auf die Gemeinschaft und den gegenseitigen Austausch, wie Nella, Leiterin eines dieser HĂ€user, dem Ich-ErzĂ€hler erklĂ€rt.

Wenn wir die Ă€lteren von den jĂŒngeren Kindern isolierten, wĂŒrden wir ein einseitiges und enges Milieu schaffen, und die Entwicklung des Kindes verliefe langsam, trĂ€ge und eintönig. Kinder verschiedenen Alters können untereinander am besten aktiv werden.

Was heute von manchen PĂ€dagogen und Erziehungswissenschaftlern als wichtige neue Erkenntnis gepriesen wird, wurde tatsĂ€chlich bereits vor ĂŒber achtzig Jahren diskutiert und zum Beispiel von Alexander A. Bogdanow in seinem Roman „Der rote Planet“ thematisiert.

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Alexander A. Bogdanows „Der rote Planet“: eine sozialistische Utopie als gesellschaftlicher Gegenentwurf (Teil 1)

Juli 31, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher Noch keine Kommentare →

Warum ich zwar begeistert die Werke von StanisƂaw Lem, Arkadi und Boris Strugatzki, Thomas Morus und Tommaso Campanella gelesen, aber nie zu Alexander Alexandrowitsch Bogdanow gegriffen habe, vermag ich nicht mehr zu sagen. Als ich jetzt „Der rote Planet“ auf meinem Ebook-Reader entdeckte, habe ich das VersĂ€umte endlich nachgeholt. Und – die LektĂŒre hat sich gelohnt.

Als Bogdanow seinen utopischen Roman schrieb, war die Revolution von 1905 gerade von der zaristischen Armee blutig niedergeschlagen worden. Bogdanow, der sich 1896 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) und 1903 deren bolschewistischen FlĂŒgel angeschlossen hatte, hegte jedoch keine Zweifel, dass der nĂ€chste Anlauf, die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse in Russland grundlegend umzukrempeln, nicht lange auf sich warten lassen wĂŒrde.

Gleich zu Beginn des Romans „Der rote Planet“ (in manchen Übersetzungen auch „Der rote Stern“ genannt) erfahren die Leser von einem „Umbruch, der bis in die Gegenwart fortwĂ€hrt und sich nun wohl seinem unabwendbaren schrecklichen Ende nĂ€hert“ und an dem der Ich-ErzĂ€hler „als Amoralist, der einfach das Leben liebt“, beteiligt ist.

Tags: , , , , , , , , , , , ,

FĂŒr den Schriftsteller Erasmus Schöfer gehören Lieben und KĂ€mpfen untrennbar zusammen

Juni 30, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und BĂŒcher 1 Kommentar →

Lange, sehr lange ist es her, dass ich Erasmus Schöfer das letzte Mal begegnet bin. Es war in den siebziger Jahren, als er an zahlreichen Veröffentlichungen des Werkreises Literatur der Arbeitswelt als Herausgeber beteiligt war und von 1972 bis 1973 zudem als dessen Sprecher fungierte. Mit dem Niedergang des Werkkreises verlor ich auch ihn aus den Augen – bis ich dieser Tage in der Jungen Welt las, dass er am 4. Juni seinen 80. Geburtstag feierte.

Zweifellos ist Schöfer „ein literarischer Chronist der 68er“, als den die Junge Welt ihn bezeichnete – und doch greift diese Charakterisierung zu kurz. So tief wie Schöfer in der bundesrepublikanischen Linken verankert war, bieten seine Geschichten natĂŒrlich einen Einblick in die außerparlamentarische Opposition und Gewerkschaftsbewegung der sechziger bis achtziger Jahre. Wenn er die Ideen, Ängste, Erwartungen und Hoffnungen seiner Protagonisten schildert, reicht ihre Wirkung jedoch bis in die Gegenwart.

Tags: , , , , ,


Bad Behavior has blocked 30 access attempts in the last 7 days.