Buchentdeckungen

Einige Gedanken zu Literatur und Philosophie

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Johann Christian Günther – Ein Barockdichter überragt seine Zeit (Teil 3)

November 08, 2011 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher Noch keine Kommentare →

1722 zog Johann Christian Günther nach Jena, um dort sein Medizinstudium wiederaufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. Ohne Studienabschluss, hatte der Vater von Johanna Barbara Littmann entschieden, werde es keine Heirat geben. Fast noch schwerer zu erfüllen war die zweite Bedingung: Günther sollte sich mit seinem Vater versöhnen.

Tatsächlich war aber an eine Wiederaufnahme des Studiums nicht mehr zu denken. Als Günther im Dezember 1722 Jena erreichte, war er bereits ein schwerkranker Mann. Auch die Pflege durch Freunde half nichts mehr. Durch die Not der vergangenen Jahre schon gesundheitlich angeschlagen, schritt sein Verfall schnell voran.

Günther glaubte selbst nicht mehr an seine Genesung, auch wenn die Überschrift „An die Liebe“ im ersten Moment anderes erwarten lässt.

Ich habe zeitig ausgedient,
Mein Frühling ist in Angst vergrünt
Und als ein Strom dahingefahren.
Mein Auge, deßen feurig Spiel
Den Schönen in das Auge fiel,
Hat manchen Siegeskranz empfangen;
Dies Auge sieht jezt läßig zu
Und winckt mit thränendem Verlangen
Der in der Welt versagten Ruh.

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Als afrodeutsche Autorin ist May Ayim auch heute noch vielen Deutschen verhasst

Juni 30, 2010 Von: Heinz W. Pahlke Kategorie: Autoren und Bücher 3 Kommentare →

Das literarische Werk von May Ayim ist nicht sehr umfangreich: Die Gedichtsbände „blues in schwarz weiß“ und „Nachtgesang“, der Essay- und Gedichtsband „Grenzenlos und unverschämt“, einige Gedichte in dem Sammelband „Farbe bekennen“ sowie in verschiedenen Zeitschriften. Das war es bereits.

Mir begegnete die Autorin zum ersten Mal in diesem Frühjahr. Eine Notiz in der Tageszeitung Junge Welt war der Auslöser. An nur einem Abend las ich „blues in schwarz weiß“ aus.

„ich werde trotzdem
afrikanisch
sein
auch wenn ihr
mich gerne
deutsch
haben wollt
und werde trotzdem
deutsch sein
auch wenn euch
meine schwärze
nicht passt“

schleuderte May Ayim in ihrem „grenzenlos und unverschämt“ überschriebenen „gedicht gegen die deutsche sch-einheit“ allen entgegen, die sie offen oder versteckt auszugrenzen versuchten. Und von diesen gab es viele. 1960 als Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen geboren, bekam sie als Afrodeutsche die Intoleranz ihrer Mitmenschen früh zu spüren. Dass sie ihren amtlichen Namen Sylvia Brigitte Gertrud Opitz gegen den Künstlernamen May Ayim tauschte, machte sie ihnen noch verhasster.

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