Der Fall Helene Hegemann: Eine Autorin demontiert sich selbst
Eines muss man Helene Hegemann lassen: Sie versteht es, mit vielen, oft kompliziert aufgebauten SĂ€tzen wenig zu sagen. Dabei ahnt man trotz allem, dass sie zu schreiben versteht. In der Zeit, die ihr groĂzĂŒgig Platz fĂŒr ein Pamphlet An meine Kritiker einrĂ€umte, hat sie die Chance allerdings ein weiteres Mal vertan.
Offenbar vermag Helene Hegemann noch immer nicht zu verstehen, worum es geht. Stattdessen sieht sie sich unverĂ€ndert als Opfer einer Kampagne. Nie habe sie verheimlicht, abgeschrieben zu haben, behauptet sie â und will uns unverdrossen einreden, dass Abschreiben eine seit Jahrhunderten ĂŒbliche (und gesellschaftlich gebilligte) Praxis in der Literatur sei. Vorgeworfen hĂ€tten die Kritiker ihr das nur, um sie nicht ernst nehmen zu mĂŒssen und sie beleidigen zu können.
