Theodor Fontane: Nein, bitte nicht â oder doch? (Teil 3)
Lange habe ich gebraucht, bis ich mich mit der Sprache Fontanes in âIrrungen, Wirrungenâ anfreunden konnte. Erst langsam musste ich mich an seinen episch breiten Schreibstil gewöhnen, seine nahezu unerschöpfliche Freude am Detail. Doch je mehr ich mich auf seine Sprache eingelassen habe, desto mehr erschloss sich mir ihre Schönheit.
In wenigen, oft aber sehr langen SĂ€tzen, lĂ€sst Fontane Landschaften und Situationen vor dem Auge des Lesers lebendig werden. Gleich der erste Satz von âIrrungen, Wirrungenâ hat es bereits in sich: âAn dem Schnittpunkte von KurfĂŒrstendamm und KurfĂŒrstenstraĂe, schrĂ€g gegenĂŒber dem âZoologischenâ, befand sich in der Mitte der siebziger Jahre noch eine groĂe, feldeinwĂ€rts sich erstreckende GĂ€rtnerei, deren kleines, dreifenstriges, in einem VorgĂ€rtchen um etwa hundert Schritte zurĂŒck gelegenes Wohnhaus, trotz aller Kleinheit und ZurĂŒckgezogenheit, von der vorĂŒbergehenden StraĂe her sehr wohl erkannt werden konnte.â Genau 54 Wörter zĂ€hlt dieser Einleitungssatz.

