Ernst Goll – Dichter zwischen tiefster Verzweiflung und himmelhoch jauchzender Liebe
Sie haben noch nie von dem Lyriker Ernst Goll gehört? Dann geht es Ihnen nicht anders als mir bis vor wenigen Tagen. Erst eine ausführliche Würdigung seines literarischen Schaffens in der Wiener Zeitung ließ mich Bekanntschaft mit einem der eigenwilligsten Dichter des 20. Jahrhunderts schließen.
1887 im damaligen Windischgraz und heutigen Slovenj Gradec geboren, wurde Ernst Goll lediglich 25 Jahre alt. Am 13. Juli 1912 bereitete er seinem Leben ein Ende und sprang aus einem Fenster im zweiten Stock der Grazer Universität. Die Neue Freie Presse meldete damals zwar, er habe sich „aus Furcht vor dem abzulegenden Rigorosum“ das Leben genommen, tatsächlich spricht jedoch viel dafür, dass Ernst Goll am Leben gescheitert ist.
Durch sein gesamtes literarisches Schaffen zieht sich als ein zentrales Motiv der wieder und wieder variierte Gedanke des Abschiednehmens.

