Nicht nur in der Gesellschaft, auch in der Sprache tobt der Streit zwischen Neuem und Altem. âDas ist ja die neue Façon, in der die Berliner sprechen, und in dem Punkt ist einer wie der andreâ, regt sich Adelheid, die Schwester des alten Stechlins, gegenĂŒber ihrem Neffen Woldemar auf. Dass sie von âFaçonâ spricht, obwohl sie das Französische âverdrieĂtâ und ablehnt, fĂ€llt ihr in ihrem Ărger gar nicht auf. Selbst sie droht von dem Neuen infiziert zu werden.
Immer wieder geht es Fontane um diesen Widerstreit zwischen dem Gestern und dem Heute.
âFrĂŒher sagte manâ, formuliert Dubslav von Stechlin, als er Armgard und Melusine den Stechlinsee, die HauptsehenswĂŒrdigkeit von Dorf und Schloss Stechlin, zeigt. FrĂŒher sagte man, heute sagt man, frĂŒher war das Schloss noch ein Schloss, heute nur noch ein bescheidenes Herrenhaus, frĂŒher wurden hier rauschende Feste gefeiert, heute muss der alte Stechlin selbst SchwĂ€tzerinnen wie Frau Gundermann einladen, um noch einen kleinen Kreis zusammenzubekommen, frĂŒher wurden lange Briefe geschrieben, heute Telegramme geschickt, frĂŒher unterwarf sich das Volk noch seinen Herren, heute wĂ€hlt es seinesgleichen in den Reichstag. Mehr lesen ...
