Toter Briefkasten – ein Ort, an dem Nachrichten hinterlassen werden, deren Empfänger man nicht kennt. Die Auswahl der Gedichte dieses Bandes umfasst einen Zeitraum von nahezu fünfzig Jahren.
Gedichte, Geschichten und Photographien laden den Leser ein, über Verluste nachzudenken, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und die Erinnerung wach zu halten. Geliebte Menschen, die diese Welt verlassen mussten, Gefühle und Sinne, die verloren scheinen, sind wirklich verschwunden. Ehre und Würde können niemandem wirklich genommen werden, nicht den Ausgestoßnen, weil sie anders sind, nicht den Völkern, die sich nicht unterdrücken ließen.
Wie Kinder auf der Suche nach den grammatischen Regeln der Muttersprache ist sie den Gesetzmässigkeiten des Erlebens auf der Spur. So untersucht sie aus unterschiedlichen Perspektiven grundlegende Themen der Liebe, des Hoffens und Scheiterns. Sie sagt selber, dass der Alltag mit Kindern sie gelehrt habe, möglichst einfach und anschaulich zu formulieren. Die Ehrlichkeit und Klarheit ihrer Texte trugen ihr bald den Ruf ein, »seelisch verwertbar« zu schreiben. Ihre Gedichte sprechen den Leser unmittelbar an, weil sie sich auf direktem Wege mit deren individuellen Erlebniswelten verbinden lassen.
Maßvoll, klar, kein Ton zuviel: Das zeichnet die Gedichte von Marcus Brühl aus.
Thomas Christen gelingen in seinem neuesten Lyrikband immer wieder überraschende, stimmige, manchmal paradoxale, mindestens aber ungewöhnliche Sprachbilder. Veranschaulichungen von Lebenseinsichten, ohne dass Altklugheit aufscheint, oft gewürzt mit Schmerz oder Resignation, aber nie ohne die Grundhaltung der Lebensbejahung.
Man hört viel von dem, was an der Schwelle von Spätromantik zur Moderne im Arsenal lyrischer Tradition eingelagert und von avantgardistischen Formen-Zertrümmerern links liegen gelassen wurde: Heines frechen Witz, die Sprachmelodien Rilkes, die Disparatheiten van Hoddis . Ist es ein Makel, dass Reime und metrische Formen in einer Opulenz verwendet werden, die man lange vermissen musste? Wir reden hier nicht von neuem Wein in alten Schläuchen. Thomas Christen nimmt seine Themen aus dem Hier und Heute und gibt ihnen ihre ganz eigene Form. Er gibt auf Fragen Antworten, die man so noch nicht gehört hat. Es tut gut, dass hier Lyrik, tief in der Tradition wurzelnd, zu neuer Gestalt gewachsen ist.
Diese Wundertüte beinhaltet eine überraschende Vielfalt spritziger und witziger Gedichte von Autoren aus dem deutschen Sprachraum, die große und kleine Leute beim Vorlesen oder Lesen zum Lachen, Schmunzeln oder Nachdenken anregen wird.
Meine Jugend endete am 27. Oktober 2007. An diesem Tag wurde ich 27 Jahre alt. In dem guten Jahrzehnt zuvor hatte ich 270 Gedichte, 20 Kurzgeschichten und sieben reflektierende Texte verfasst. Manches davon war missraten, vieles jedoch gefiel mir gut. Ich beschloss, eine Nachlese unter meinen Jugendgedichten und -gedanken zu halten, zu sortieren, auszusondern, zurechtzuschneiden. 50 jener 297 Blüten habe ich schließlich zu diesem Kranz gebunden.
Ich glaube, dass beim Dichten das gleiche Prinzip wirksam ist wie alljährlich im Frühling. Die Natur bringt in ihrer Fruchtbarkeit zahllose Keime hervor, jeder davon ein kleiner Versuch, ein kleiner Anfang. Nur einige werden sich entfalten und irgendwann Wurzeln schlagen. Und doch ist es notwendig, um diese wenigen zu erhalten, dass zuvor eine größere Menge erzeugt wurde. Erst aus einem solchen Überfluss kann Geglücktes und Lebensfähiges erwachsen. Meine literarische Jugendblüte ist gewesen. Wenn etwas daraus gelungen ist und andere erfreuen kann, ist es in diesem Band zu finden.
Acht junge Leute zwischen 17 und 28 Jahren, verbunden durch die zeitlose Leidenschaft für Lyrik, haben sich über das Internet zusammengefunden und legen hier eine Auswahl aus Ihren Gedichten vor. Dabei sind es traditionelle, jahrhundertealte Formen wie Sonett und Strophenform, Ghasel, Distichon, Tanka u.a., welche die jungen Künstler mit Eindrücken aus ihrer Lebenswelt gefüllt haben.
Die Themen, die sie bewegen, sind vielfältig: Großstadtleben und Umweltzerstörung, Technik und Medien, politisches Zeitgeschehen, psychische Erkrankungen und natürlich die zeitlosen Sujets Lebenssinn, Gewalt und Liebe.
Private Gedichte von Kerstin Fritsch – geschrieben im Laufe von gut 20 Jahren zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen, wie zum Beispiel Geburtstagen, Hochzeitstagen, Weihnachtsfeiern und Taufen – aber auch zum »Danke« sagen, trösten, und Nachdenken. Selten grammatikalisch richtig, meistens umgangssprachlich – aber so gut wie immer amüsant!
28 Dichterinnen und Dichter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol werden zunächst mit einführenden Kurzessays vorgestellt. Jeder der in der Anthologie enthaltenen Dichter stellt sich mit neuesten Gedichten vor. Den Gedichten nachgestellt ist jeweils ein poetologischer Text des Dichters. Auf diese Art ist eine reiche Sammlung von Texten entstanden, die es dem Leser ermöglicht, das weite Feld der neuesten deutschsprachigen Lyrik zu überschauen und zugleich einen Einblick in die Beweggründe und Arbeitsweisen heute schreibender Dichter zu nehmen.
Sieben unterschiedliche Daseins- und Stimmungskonstellationen bilden den Rahmen für die Gedichte und Bilder dieses Buches. Sowohl mit Pinsel und Zeichenstift als auch mit Worten in kräftigen Farben gemalt, regen sie vor allem zum Anschauen mit der Seele an.
Die Palette reicht hierbei von den Graublauschattierungen der Melancholie über die heiteren Pastelltöne der Freude an den kleinen Dingen unseres Lebens bis hin zu den leuchtend warmen und intensiven Nuancen der staunenden Bewunderung für die Schönheit dessen, was uns umgibt.
Inspiriert vom künstlerischen Schaffen des jeweiligen Gegenübers haben Autorin und Künstlerin in enger Zusammenarbeit Interpretationen ihrer Arbeiten gestaltet, die den Betrachtern die Themen in einer Art Collage aus verschiedenen Blickwinkeln darbieten.
Es sind Eindrücke des Lebens, Momentaufnahmen von Begegnungen, Beobachtungen und Berührungen, mal bunt, dann schwarz-weiß, mal brutal oder auch zart.
Dieter Krauses Gedichte sind dort am stärksten, wo sie eine augenblickhafte Lebendigkeit und Sinnlichkeit versprühen. Die strukturierte lyrische Sprache überrascht mit doppelbödigen Zeilensprüngen, mimetisch hergestellten Ambivalenzen, unverbrauchten Vergleichen und antinomisch mit den Inhalten verknüpften Wortschöpfungen. Am vorgefundenen Beispiel (Hölderlin, Kafka u.a.) orientiert, gaukelt Krauses Lyrik dem Leser nichts vor. Hier werden echte poetische Bilder evoziert, die das Gefühl wecken, dabeigewesen zu sein, in die Szene hineinversetzt zu werden …
Das Seil war gespannt
Des Messers scharfer Klinge
Zärtliche Berührung genügte
Lautlos schlug er auf
Ein Bündel Papier in der Hand
In kleinen Fetzen riss ich es ihm weg
Ein Sturm erhob sich
Fegte Asche durch den Raum
Ein Schnipsel
Ohne Namen
Landete in meiner Hand
Und vergesst nicht
Sie Liebesgedichte zu nennen
Las ich
Sanfte und doch ausdrucksstarke Gedichte einer Lyrikerin, die zu unrecht vor allem für ihre Romane bekannt ist.
Während Stefan Offenbecher in seinem ersten Gedichteband »Bordsteingespräche« in direkter und unaufgesetzter Sprache den Fokus seiner Texte auf Toleranz und menschliche Zwischentöne legte, ist es in den »Kontrastströmen« etwas nachdenklicher und undurchsichtiger geworden. Seine Verse tauchen ein in die Trickkiste des täglichen Lebens, finden Widersprüche und Kontraste, die nicht nur seinen Gedichten Fluss und Farbe geben. Gerade die kleinen Unterschiede, die uns täglich über den Weg laufen sind, unsere lebhaftesten und anhänglichsten Gefährten. Sie kommen und gehen – wie alles andere auch.
Einem expressionistischen Feuerwerk gleicht diese Gedichtsammlung, in der Tod und Krankheit, Prostitution und Gewalt, Angst und urbane Hoffnungslosigkeit herrschen. Der Mensch wird zum Spielball in dieser von ihm selbst geschaffenen Welt und muss kämpfen, um nicht in ihr unterzugehen.
Peter Pitsch »Übelungen« mischt das Feine mit Groteskem, das Schöne mit Hässlichem und lässt so zeitgenössische Lyrik entstehen.
Moderne Lyrik zum Anfassen … 81 Texte laden den Leser zum Lachen, Weinen, Schmunzeln, Nachdenken und Träumen ein. Mal ernst, mal mit einem Augenzwinkern beschreiben stimmungsvolle Gedichte, Haikus, Senryus und Aphorismen die kleinen und großen Begebenheiten und Begegnungen, ohne das oft irrwitzig Alltägliche und Menschliche aus dem Blick zu verlieren. Kommen Sie mit auf eine Reise durch die lyrischen Landschaften der Fantasie und der subjektiven Wirklichkeit: über steinige Wege und hohe Berge, durch märchenhafte Wälder bis ans Meer – ernst und rätselhaft, kindlich und naiv, verträumt und poetisch. Lauschen Sie einfach dem Blätterrauschen jeder Seite …
Zwischen zwei Zeilen können jede Menge Erinnerungen stecken: ein wunderbarer Urlaub auf See, ein historischer Sieg auf dem Fußballplatz, eine prickelnde Zweierbeziehung, lustige Kindheitserinnerungen, ein hektischer Tag beim Shoppen oder auch ein erotisches Abenteuer.
Heiter-besinnliche Einleitungen zu den jeweiligen Kapiteln erklären auf unterhaltsame Weise, was der Autor in diesem Kleinod der Lyrik sagen möchte.
Verliebt und verlassen? Genervt vom Winter? Verzweifelt über den Irrsinn in dieser Welt? Und dann wieder fasziniert von Stimmungen, Farben und Formen? Markus Tischler präsentiert in diesem Buch Gedichte über das Leben und Fotos zum Verweilen bei einem Cappuccino in einem kleinen Eckcafé.
"Sprache des Herzens" enthält Gedichte und Gedanken zu unterschiedlichen Bereichen des Lebens, wie Liebe, Sehnsucht, Schmerz oder Verlust. Darüber hinaus finden sich Gedichte über die Natur und allerlei andere Dinge ...Mit manch lustigen, aber auch nachdenklichen Texten, soll dieses Buch den Leser berühren, ihm Kraft und vor allem, viel Freude schenken.
Stille Tiefe – die Bedeutung von einsamen, schrecklich erregenden und wunderschönen Gedanken. Das Leben ist schließlich eine zarte süße Versuchung – mit einem bitteren Ambiente. Gedichte aus über drei Jahren Erfahrung; Schicksalsschlägen, Liebe und Zeitwandel.
Einer der großen österreichischen Dichter, dessen Werk erst wenige Jahre vor seinem Tod öffentliche Anerkennung fand. Kurz, knapp, einprägsam, aber nie banal – Gedichte, die keiner Erläuterung bedürfen, sondern für sich selbst sprechen.
Mit Hingabe, Scharfsinn, Liebe, Humor und zuweilen auch Schwermut wandern die Autoren durch bizarre Traumwelten und die ungeschminkte Realität. Seerosen blühen unterm Kopfsteinpflaster. Raumschiffe kriechen durch die Kanalisation. Schelmische Engel heben ihre Röcke zum Can Can. Infantile Götter naschen Eiszeiten am Stiel. Ein Mann befreit sich von seiner eigenen Haut. Liebhaber werden unter Blütenschnee begraben. Schmetterlinge fallen als rostige Schrauben vom Himmel …